CRISPR: Die Genschere als Tool für Molekularbiologie & medizinische Forschung

Mit gebündelten Kräften bringen Transferinitiative RLP, TransMed und frei für forschung – neue Wege in der Medizin e.V. Forscher voran.

  • CRISPR eröffnet in Grundlagenforschung und Medizin neue Chancen.
  • Forscher aus Mainz und der Region diskutieren Chancen und ethische Grenzen der Genschere.

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Mainz, 03. September 2018 - Gemeinsam mit dem gemeinnützigen Verein „frei für forschung – neue Wege in der Medizin e.V.“ und der Graduiertenschule der Universität Mainz, Transmed, lud die Transferinitiative RLP zur kostenfreien Fortbildung und offenen Diskussion ein. Im Zentrum des Termins stand die neue Technologie CRISPR, die sogenannte Genschere.

Die erfahrenen Trainer von ThermoFisher Scientific (Darmstadt) zeigten den Teilnehmern nicht nur woher CRISPR eigentlich kommt, nämlich ursprünglich aus dem bakteriellen Immunsystem, sondern gaben vor allem ganz praktische Hinweise und Tipps für die Umsetzung von CRISPR-Experimenten im eigenen Labor.

Der frei für forschung – neue Wege in der Medizin e.V. verlieh einen Forschungs-Preis an M. Sc. Erika Diehl vom Institut für Pharmazie und Biochemie. Diehl überzeugte das Komitee und ihre Zuhörer, dass ein CRISPR-basiertes Experiment der nächste wichtige Meilenstein ihrer Promotion über Interaktionen von Proteinen in Zellmembranen sein muss. Daher ermöglicht der Verein ihr die Teilnahme an einem 4-tägigen CRISPR-Intensivkurs.

Im anschließenden Symposium begeisterte Dr. von Laer (New England Biolabs, Frankfurt) die etwa 50 Teilnehmer mit den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und Vorteilen, die das neue molekularbiologische Werkzeug bietet. Auch AbbVie (Ludwigshafen) macht sich die Technologie zunutze, um neue, bessere Modelle für die Erforschung von neurologischen Erkrankungen, wie Alzheimer, voranzutreiben. Die verschiedenen Zellmodelle stehen über ein öffentlich verfügbares Netzwerk zur Verfügung und sollen helfen die Entwicklungen neuer Therapien schwerwiegender Erkrankungen voranzutreiben, wie Dr. Reinhardt, Leiter der neurowissenschaftlichen Abteilung bei AbbVie.

Während CRISPR Möglichkeiten für die Heilung von Krankheiten eröffnet, drängen sich auch ethische Fragestellungen auf, wenn es immer einfacher wird das Erbgut zu verändern. Bis wohin darf man gehen, wenn man das Erbgut verändert? Wo ist die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit, Prävention und Optimierung? Darf man in die Keimbahn eingreifen und so das Erbgut ganzer Erblinien und Generationen verändern? Wie können wir sicherstellen, dass neue vielversprechende Therapien nicht nur einer kleinen, finanziell besser gestellten Gruppe zur Verfügung stehen, sondern der breiten Bevölkerung?

All diese Fragen warf Dr. Nicolai Münch, Mitglied des der Ethikkomitees der Universitätsmedizin, auf. Klar ist, dass sich die neuen Technologien durchsetzen und auf dem Gesundheitsmarkt ankommen werden. Bis dahin sollte der öffentliche Diskurs weit genug gediehen sein, um zu entscheiden, wie wir damit umgehen wollen und was wir moralisch vertreten können.

Diese Fragen nahmen die Teilnehmer mit nach Hause. Als junge Forscher im Feld sind Sie diejenigen, welche nicht nur die Technologie anwenden und deren Potentiale ausschöpfen können, sondern auch Verantwortung übernehmen müssen.

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