Transferinitiative RLPPersonalisierte MedizinVeranstaltungen | Rückblicke 

Gemeinsam zum Erfolg in der Nanomedizin

  • Mit fachübergreifender Zusammenarbeit zu Spitzenkompetenz für Nanomedizin aus Rheinland-Pfalz
  • Transferinitiative RLP und ZIM-Netzwerk führten Forscher, Mediziner und Unternehmer bei "NanoPharm"-Treffen in Mainz zusammen

Mainz, 21. März 2018 – Sie zählen zu den Hoffnungsträgern gerade bei der Behandlung von Krebserkrankungen: sogenannte Nanocarrier. Diese winzigen Transportpartikel schleusen Medikamente durch den menschlichen Körper, vorbei an den Fresszellen des Immunsystems. Sie entladen ihre Fracht erst dort, wo sich die heilende Wirkung entfalten soll. Bei der Erforschung dieses Zukunftsfeldes der Nanomedizin, das wirksamere Tumor-Medikamente und geringere Nebenwirkungen verspricht, erzielten Mainzer Institutionen wie die Universitätsmedizin, das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) oder das Fraunhofer IMM bereits wegweisende Erkenntnisse. Dies gelang maßgeblich durch fachübergreifende Zusammenarbeit.

Dieses Erfolgsmodell will Dr. Friedrich Richter, Transferbotschafter Personalisierte Medizin der Transferinitiative Rheinland-Pfalz (RLP), weiter ankurbeln: „Nanomaterialien bieten medizinisch große Chancen, dazu werden Projekte von Bund und EU gefördert. Um es aber von der Forschung in die Anwendung zu schaffen, müssen sich Forscher, Mediziner und Unternehmer im Land weiter vernetzen und enger kooperieren“, so der Pharmaexperte, der selbst lange Zeit in Führungsetagen namhafter Pharmaunternehmen und -verbände wirkte.

Einen Schritt in diese Richtung machte am 20. März ein Netzwerktreffen am Zollhafen in Mainz, veranstaltet von der Transferinitiative RLP und dem Netzwerk „NanoPharm“ des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM). Das Treffen führte landesweit Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Nanotechnologie, Pharmazie und Medizin zusammen. Um daraus Erfolg versprechende Projekte in der Nanomedizin zu schmieden, verbessert ZIM die Chancen auf Fördergelder und unterstützt von der Forschung und Entwicklung bis zur Vermarktung. „Wir sorgen dafür, dass die gestellten Förderanträge auch bewilligt werden und sich die eingesetzte Arbeit auszahlt. Bisher wurden in neun bewilligten Forschungsprojekten Gelder in Höhe von über drei Millionen Euro für die Mitglieder eingeworben“, sagte Dr. Ralph Nonninger, Koordinator des ZIM-Netzwerks, in Mainz.

Das dortige Netzwerktreffen mit Präsentationen und Messestand diente zum Kennenlernen und für den Austausch von Wissen sowie über Technologien. Unter den rund 30 Teilnehmern aus der Großregion Rheinland-Pfalz/Saarland und darüber hinaus ergaben sich mehrere konkrete Kooperationsgespräche zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Instituten, darunter auch MPI-P, Universitätsmedizin und Fraunhofer IMM, um Entwicklungen gemeinsam voranzutreiben.

„Wir brauchen solche Transferinitiativen und Netzwerk-Plattformen, damit die Beteiligten und Experten aus Rheinland-Pfalz ihre unterschiedlichen ‚Fachsprachen' verstehen lernen. Erst dann haben wir eine Chance, dass unsere neuen Nanomaterialien Medikamente in Zukunft sicherer und effektiver machen können“, resümierte Prof. Dr. Katharina Landfester, Direktorin am MPI-P, zum Abschluss des Treffens.

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Transfer für die Personalisierte Medizin

Mainz, 24. Oktober 2018 - Teilnehmer aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sind am 23. Oktober 2017 zum Erfahrungsaustausch in Mainz zusammen gekommen. Das Ergebnis waren angeregte Gespräche über die beispielhaften Innovationen im Feld der Personalisierten Medizin und auch darüber wie guter Wissens- und Technologietransfer gelingen kann.

Was bleibt? Die Veranstaltung hat die Diversität der Personalisierten Medizin gezeigt. Verbesserte Therapieoptionen (z.B. auch durch genauere Diagnostik oder fortschrittliche Medikamente) werden gerade da benötigt, wo der Leidensdruck der Patienten sehr hoch ist. Durch eine immer älter werdende Gesellschaft steigt der Bedarf für neue Behandlungsmöglichkeiten insbesondere für die assoziierten Krankheiten, wie Krebs, Diabetes und Rheuma. Durch die Digitalisierung nimmt gleichzeitig die Geschwindigkeit in unserer aller Leben erheblich zu und damit auch der Stress, dem wir ausgesetzt sind.

Die Referenten haben aufgezeigt wie sie diese Volkskrankheiten adressieren und dazu beitragen Patienten verbesserte Therapieoptionen zu geben. Hierbei spielt die Personalisierung der Behandlung eine immer größer werdende Rolle.

Bei dem Transfer neuartiger Therapien und Analysemethoden aus der Forschung in die Anwendung spielen Startups eine herausragende Rolle wie man am Beispiel der daacro GmbH & Co KG Trier, der Ganymed und der BioNTech Mainz sehen kann. Dabei gilt es die Transformation von freier Forschung in die Entwicklung nach Unternehmens-Standards zu erreichen. Unternehmerisches Handeln ist meist Neuland für Forscher und erfordert ein Umdenken. Auch selbstbewusstes Marketing der Produktidee stellt eine schwierige Hürde bei der Etablierung eines Unternehmens dar. Die Forschung muss sich an diesem Punkt ein Stück weit von Ihrer technischen und häufig Detail-verliebten Herangehensweise lösen und clevere Marketingstrategien entwickeln, um dem zukünftigen Produkt Sichtbarkeit zu verleihen.

Begibt man sich in die Welt der Wirtschaft, gehören hier auch Rückschläge dazu. Ein gewisses Risiko ist immer dabei. Dass man sich hiervon nicht entmutigen lassen sollte, zeigt uns das Beispiel von Prof. Dr. Dr. Pfützner, der auch nach seiner Insolvenz wieder auf die Beine gekommen ist und verschiedene vielversprechende Produktentwicklungen weiter vorantreibt. Die Sciema UG unterstützt diese im Marketing und geht damit eine der Herausforderungen des Transfers an. Als Professor der TH Bingen arbeitet Prof. Dr. Dr. Pfützner auch daran seinen Studenten Wissen zu vermitteln, welches sie auf ihre zukünftige Arbeit in der Wirtschaft vorbereitet und trägt so dazu bei die Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen.

Bei all den unterschiedlichen Herausforderungen in Wirtschaft und Wissenschaft, betonte Frau Dr. Hammar, dass die ORGENTEC Diagnostika GmbH aus Mainz die Exzellenz bei der Kooperation mit den Forschungseinrichtungen im EuroTEAM-Projekt sehr schätzten. Auch hier finden wir ein Positivbeispiel dafür wie sich Unternehmer und Wissenschaftler gut ergänzen.

Die vier Erfahrungsberichte der Unternehmer zeigten, wie wichtig die Implementierung von Qualitätssicherungsmaßnahmen nach industriellen Standards, sowie die Validierung von Forschungsergebnissen in der Entwicklung sind, um das Risiko eines Misserfolgs zu minimieren. Darüber hinaus ist die Sichtbarkeit und professionelle Vermarktung auf dem Weg von der Wissenschaft in die Wirtschaft entscheidend für den Erfolg einer Innovation.

Die Entwicklung neuer Medizinprodukte ist insgesamt langwierig, mit einem hohen Risiko verbunden und kostenintensiv. Im Rahmen der Veranstaltung erläuterte Herr Bechtel von der Investitions- und

Strukturbank (ISB) welche Finanzierungsmöglichkeiten Unternehmer in Rheinland-Pfalz durch Venture Capital haben. Eine relative neue Finanzierungsmöglichkeit stellt das Crowdfunding dar, welche von aescuvest aus Frankfurt präsentiert wurde. Speziell für den Gesundheitsmarkt bieten sie guten Projekte in verschiedenen Entwicklungsstufen eine Plattform, um Kapital von der Crowd zu sammeln. Interessanterweise betonten aescuvest als auch die ISB, dass sich beide Finanzierungsmodelle gut kombinieren lassen.

Die Anforderungen, die die Wirtschaft an die Forschung auf dem Weg in die Entwicklung stellt, sind nicht alleine zu schultern. Es werden erfahrene Partner gebraucht, die bei der Entwicklung helfen. Insbesondere „Wanderer zwischen den Welten“, die sowohl die Sprache der Wissenschaft, als auch die der Wirtschaft sprechen sind hier von hohem Wert.

Gute Angebote für Studierende, die sie auf die Anforderungen von Unternehmen optimal vorbereiten, ein anregendes und unterstützendes Umfeld für Gründer und nicht zuletzt starke Netzwerke zur Vermittlung von Kooperationen bilden ein gemeinsames Ökosystem, in dem Transfer gelingen kann.
Mit der Transferinitiative RLP werden wir weiter daran arbeiten dieses Ökosystem zu gestalten, um Forschern und Unternehmern neue Möglichkeiten zu eröffnen.

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